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Ich bin Hemdenträger – ich bin gerne Hemdenträger. Ich besitze klassische Modelle, die immer passen und alles mitmachen: formal unter’s Sakko, lässig unter einen Pullover, mit offenem Kragen, zur Krawatte, für Business, Freizeit, festliche Anlässe. Und ich habe modische, extravagante Exemplare, die keine Kombi-Partner dulden – mit hohen Doppelkragen, Dreifach-Kragen bis hin zu weiteren ausgefallenen Kragenlösungen …

Außerdem trage ich ausschließlich Slim-Fit-Hemden und ich bin in der glücklichen Lage, dass ich eigentlich fast jede Marke tragen kann, solange sie Slim-Fit anbieten.

Und ich glaube, dass mir auch fast alle Hemden stehen … Allerdings gibt es immer ein Aber – je mehr Hemden man getragen hat, umso besser wird man mich verstehen:

Ein Hemd ist ein klein wenig zu kurz, das nächste sitzt gut – die Schulternaht ist jedoch zu weit innen, beim nächsten könnte der Kragen ein klein wenig enger sitzen oder höher sein, bei einem anderen Hemd sorgt der Button Down-Kragen für Seriosität, die Button-Down-Knöpfe sind jedoch nicht perfekt gesetzt (so wirft der Kragen irgendwann Falten), bei wieder einem anderen fransen die Knopflöcher aus und so weiter und so fort! Ich könnte immer weiter von diesen kleinen Makeln aller Hemden erzählen.

Zum Spaß sagte ein Freund mal zu mir: „Für Dich müsste man ein Hemd schneidern lassen – erst dann wärst Du zufrieden!“

Und genau das habe ich jetzt gemacht – ich habe mir ein Hemd auf den Leib schneidern lassen – bei einem Herrenschneider, der sich diesem leider oft sehr weltfremden und angestaubten Thema mit handwerklicher Perfektion, trendigen Ideen und jeder Menge Leidenschaft widmet: Andreas Moller (http://www.andreasmoller.de).

Und bei ihm habe ich den Unterschied zu meinen sonstigen Hemden sofort gespürt: Angefangen von der Beratung über die Auswahl der Stoffe bis hin zum Maßnehmen – hier wird nichts dem Zufall überlassen. Mit Sicherheit habe ich ca. 3 Stunden für die Auswahl aller Details gebraucht. Farben, Stoffe, Kragenform, -weite, -sitz, Manschettenform, Knopfleistenwahl, Garne, Knöpfe – das alle und noch viel mehr wurde mit mir besprochen. An meinen bisherigen Hemden konnte ich Stärken und Schwächen beschreiben und all das wurde in’s Fertigungsprotokoll aufgenommen.
… und es hat sich gelohnt! Ob es jetzt das perfekte Hemd ist weiß ich nicht – aber ich habe nichts gefunden, das ich auszusetzen hätte. Es sitzt trendig eng ohne mich in meiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Es hat die perfekte Länge, der Button-Down-Kragen mit versteckten Knöpfen ist perfekt auf meinen Hals abgestimmt. Der verwendete Stoff ist herrlich komfortabel. Und erst die Knopflöcher: traumhaft sauber gearbeitet und für die Ewigkeit gemacht. Die Knöpfe wurden übrigens nicht einfach nur angenäht – sie stehen ca. einen Millimeter vom Grundmaterial ab und schließen so bei geschlossenem Hemd perfekt ab – so wird keine Spannung auf den darunterliegenden Stoff ausgeübt. Ich weiß jetzt übrigens auch, warum selbst bei teuren Hemden Kragen und Manschetten nach mehrmaligem Waschen hässliche Falten entwickeln – diese werden nämlich mehrlagig verklebt – ja ihr habt richtig gelesen – dies spart Präzision und Fertigungskosten. Bei meinem Maßhemd wurde dagegen wunderbar sauber gearbeitet, ein Verkleben kommt selbstverständlich nicht infrage.
Natürlich war das Ganze nicht ganz billig – aber ohne Preise zu nennen kann ich sagen, dass ich gerne auf zwei Drittel meiner Hemden verzichtet hätte, wenn dafür der Rest von Andreas Moller geschneidert worden wäre.

Ich finde: Jeder der gerne Hemden trägt und die Gelegenheit hat, eine Maßschneiderei vor der Haustür zu haben sollte es mal ausprobieren – glaubt mir, es lohnt sich – zumindest mein Hemd ist für mich Faszination pur!

Kategorie: Allgemein