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Liebe Herren der Schöpfung, wer hat schon mal eine Einladung mit z.B. dem Vermerk „black tie“ erhalten? Und wusste sofort, was das bedeutet? Gut, wer so sattelfest im Dechiffrieren von sogenanntem Dresscode ist, gehört sicher als fester Bestandteil dem internationalen Jetset an. Der kann sich natürlich das Weiterlesen sparen. Für wen aber „black tie, white tie“ oder „großer Gesellschaftsanzug“ böhmische Dörfer sind, der ist herzlich eingeladen zu einem kurzen Schnellkurs in Sachen Dresscode!

White Tie Dinner ©Barney Moss @flickr-com

White Tie Dinner © Barney Moss (Quelle: flickr-com)

 

Da stellen wir uns einfach mal ganz dumm: Was ist eigentlich ein Dresscode? Mit dem auf der Einladungskarte vermerkten Dresscode teilt der Gastgeber seinen Gästen mit, welche Garderobe er für angemessen erachtet. Und natürlich steht dem Gastgeber dann auch frei, auf der Beachtung seines Bekleidungswunsches zu beharren. Dabei kann man sich an einer Faustregel orientieren: Je festlicher bzw. formeller der Anlass, desto feiner die Garderobe und desto strenger die Handhabung des Dresscode.

 

Wer also z.B. auf einen Staatsempfang mit dem Vermerk „white tie“, „cravate blanche“ oder „großer Gesellschaftsanzug“ geladen wird, sollte tatsächlich im König der Herrenkleidung erscheinen. Also mit einem taillenkurzen Frack-Jacket mit „Schwalbenschwänzen“ und satinbesetztem Spitzrevers, einer weißen Frack-Weste, einem „Vatermörder“-Hemd mit gestärkter Brust und Knöpfen aus Perlmutt (falls es das Budget zulässt, sind auch Brillanten sehr beliebt) sowie der gewünschten weißen Fliege. Und auf festlichen Bällen sollte der Herr von Welt auch Glace-Handschuhe parat haben. Bei Missachtung des Dresscodes müsste man ziemlich sicher draußen bleiben. Oder für den Fall, dass man eine schwarzen Fliege zum Frack trägt, als Oberkellner fungieren. Einzige Abweichung von der Regel: Bei Beerdigungen werden schwarze Fliegen verlangt.

Ballroom Dancing © Prayitno (Quelle: flickr.com)

Ballroom Dancing © Prayitno (Quelle: flickr.com)

 

 

Etwas liberaler in der Handhabung ist der Vermerk „black tie“, „cravate noir“ oder

 „Gesellschaftsanzug“. Hier ist der Smoking die Wahl der Mittel: also das namensgebende schwarze Smoking-Jacket mit satinbelegtem Revers bzw. Schalkragen, einer schlichten schwarzen Hose mit seitlichem Satin-Paspol, Weste oder Kummerbund (der übrigens nichts mit Kummer über eventuellen Bauchspeck zu tun hat), einer schwarzen Fliege und glatten schwarzen Schuhen, am besten aus Lackleder. Auf Kreuzfahrten oder in tropischen Regionen ist auch das weiße Dinner-Jacket akzeptiert und beliebt. Oft wird neben dem Smoking aber auch ein schwarzer oder dunkelblauer Sakkoanzug als gleichwertig angesehen. Zu dem sollte dann ein weißes Hemd und eine nicht zu auffällige Krawatte getragen werden – und natürlich feine Lederschuhe!

Trading my Pocket Protector for my Pocket Square © David Goehring. Quelle: flickr.com

Trading my Pocket Protector for my Pocket Square © David Goehring. (Quelle: flickr.com)

 

Wie oben schon erwähnt: Je formeller der Anlass, desto strenger der Dresscode. Wie streng dieser aber gehandhabt wird, hängt immer vom Gastgeber ab. So habe ich schon erlebt, dass Gäste zu einer festlichen Hochzeitsfeier in Jeans und Sakko erschienen – und nicht weggeschickt wurden. Die Gäste aber, die zum jährlichen Ball der Universität im hellen Anzug Einlass finden wollten, schon!

Kategorie: Allgemein